Archive for the ‘Artenschutz’ Category

Verborgene Flora auf Föhr

Donnerstag, August 24th, 2017

Auf der Insel Föhr gibt es nur noch ganz wenig Flächen die eine grosse Artenvielfalt an Pflanzen haben.
Eine davon befindet sich am Aussendeich zwischen Dunsum und Utersum.

Wollgras hat es schwer sich gegen andere Gräser zu behaupten.


Dort gibt es noch Arten wie Glockenheide, Wollgras, Enzian und Sonnentau und einiges mehr.
Das alles findet man nur, wenn man es förmlich sucht.

Auch der Sonnentau versteckt sich auf dem Boden.


Man muss schon ein wenig suchen will man den Enzian finden.


Jetzt soll der Deich in diesem Bereich verstärkt werden, was auch unbedingt Vorrang hat.
Vielleicht aber könnte es einen Kompromiss geben diese letzten Spuren einstiger schöner Föhrer Landschaft zu erhalten.
Dummerweise wurde in diesem Bereich vor zig-Jahren auch noch ein Fichtenwald angelegt der so garnicht auf die Insel passt.
Vielleicht gibt es eine Naturschutzbehörde die sich auskennt und eine Lösung zum Erhalt dieser so ursprünglichen Artenvielfalt der Insel weiss.
Wie heisst es doch: „die Hoffnung stirbt zuletzt“!

Trauerseeschwalbe, ein Abschied.

Samstag, September 13th, 2014

Bilder wie die hier gezeigten gehören auf der Insel Föhr der Vergangenheit an.
Auch wenn Kurt Werber, ein bis 1953 auf Föhr lebender Zoologischer Präparator, in seiner Aufzeichnung „Die Vogelwelt der Insel Föhr“ schrieb:
Die Trauerseeschwalbe, eine im übrigen Deutschland schon recht selten gewordene Art, ist auf Föhr noch mit 20 – 30 Brutpaaren vertreten. Aber auch hier besteht durch die Austrocknung der nassen Wiesen und flachen Wasserlöcher die Gefahr des Abwanderns. Nees-Hörn und die Wasserlöcher vor der alten Oevenumer Vogelkoje sind die Hauptbrutgebiete“.

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Das schrieb Kurt Werber 1945 bis 1948. Die Wasserlöcher an der Vogelkoje gibt es immer noch. Die Trauerseeschwalben aber nicht. Das stetige Trockenlegen und die bis heute andauernde stetige Vertiefung der Entwässerungsgräben haben sie vertrieben.

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Auf der Halbinsel Eiderstedt gibt es noch einige wenige dieser eleganten Seeschwalben. Aber auch ihre Tage scheinen gezählt wenn das Wassermanagement dort die Vögel auch nicht ausreichend berücksichtigt.

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Bekassine Vogel des Jahres 2013

Freitag, Dezember 7th, 2012

Jetzt steht es fest, der Vogel des Jahres 2013 ist die Bekassine. Diese Art ist als Brutvogel auf unserer Insel nur äußerst selten anzutreffen. Auch ihr hat man den für sie wichtigen Lebensraum entzogen. Sie liebt feuchte Flächen (zu erkennen an Binsenbeständen) und bevorzugt moorigen Boden. Auf den wenigen renaturierten Feuchtflächen der Insel kann man sie aber immer noch in kleinen Trupps antreffen. Sie sind sehr gesellig, allerdings auch sehr ängstlich. Sicherlich kein Wunder, wenn man weiß, wie mit ihr umgegangen wird. Ich habe sehr viele Bilder gemacht, und es fällt mir schwer, ein paar wenige auszusuchen.

Mein Favorit zeigt den kleinen Vogel in einer Droh-Abwehrstellung. Dabei knickt sie bei Gefahr die Beine ein, presst sich flach an den Boden und formt den Schwanz zu einem runden Fächer.

Eine weitere Eigenart der Bekassine: Sie kann den Schnabel unter der Erde wie eine Pinzette zum Greifen von Essbarem benutzen.

Auch wenn dieser schöne Vogel bei uns zu den bedrohten Arten zählt, ist die Art weltweit nicht gefährdet. Es gibt halt noch Gegenden, in denen sie nicht verfolgt und bejagt werden. Dort ist erfahrungsgemäß der Fluchtabstand viel geringer als auf unserer kleinen Insel.

Hunde auf Föhr

Donnerstag, Oktober 4th, 2012

Mir fällt auf, dass es zunehmend viele Hunde auf der Insel  gibt. Grundsätzlich habe ich mit Hunden kein Problem. Probleme gibt es aber, wenn Personen mehrere Hunde führen und meinen, dieses ginge am besten in der „freien“ Natur.
Nahezu unmöglich, ja unverantwortlich, finde ich es, wenn in Vogelschutzgebieten Hunde frei herumlaufen dürfen, weil „Herrchen oder Frauchen“ ihre Lieblinge nicht angeleint haben. Vom Hundehalter in der Regel unbemerkt gehen die Tiere dann einem angeborenen Jagdtrieb nach. Beliebt sind hier die Godelniederung und der Oldsumer Strand am Sörenswai. An den Stränden sitzen bei Hochwasser oft kleine Trupps von Limikolen, die sich ausruhen und auf die Ebbe warten. Kein Mensch nimmt sie wahr, der Hund aber hat sie alle aufgespürt und vertrieben, bevor das menschliche Auge sie überhaupt sieht.
Unsere Gäste auf der Insel wissen meistens nicht einmal, dass sie die Hunde an der Leine zu führen haben. Es gibt kaum Hinweisschilder oder diese sind nicht lesbar oder wurden entfernt. Ich denke, die Bilder vom Oldsumer Strand belegen, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Empfehlen möchte ich Hundebesitzern an dieser Stelle die Hundeschule Föhr von Mathias Schulte in Wrixum.

Übrigens, heute, 4.10.2012, ist Welttierschutztag!

Welchen Eindruck machen wohl diese Farben auf die Vögel?

 

Endlich hat mich Herrchen losgelassen, Freiheit pur!

 

Hallo Vögel, was wollt ihr denn hier??

 

Ich bin hier der „King“!

Löffler auf Föhr II

Donnerstag, Juli 19th, 2012

In diesem Jahr hat wieder eine Beringung unserer Löffler auf der Insel stattgefunden. Insgesamt wurden 13 Jungvögel im Vorland beringt. Davon konnte ich 9 anschließend auf dem Andelhof fotografieren und der Beringungszentrale in den Niederlanden melden. Es wird in den nächsten Jahren interessante Aufschlüsse über das Revierverhalten unserer „Föhrer“ Löffler geben.
Alle Sichtungen werden an zentraler Stelle in Holland gemeldet. So werden sogenannte Lebensläufe der einzelnen Vögel erstellt. Am 30.7. haben unsere Löffler die Insel verlassen. Gerade noch rechtzeitig bevor auf der Insel die (umstrittene) Jagd wieder los geht. Danach sah ich sie am 31.7. im nördlichen Speicherbecken des H.H.-Kooges. Einige auf Föhr und Oland beringte aus diesem Jahr konnte man einwandfrei ablesen. Zusammen habe ich dort mehr als 140 Stück gezählt.

Klicke auf das schmale Bild für Panoramaansicht, dann kann man  das Bild zoomen (vergrößern und scrollen!)

 

Auf dem Andelhof kann man die beringten Vögel am besten dokumentieren.

„Arme Vögel“ auf Föhr

Sonntag, Oktober 16th, 2011

Jetzt geht es also wieder los. Oder besser gesagt, jetzt werden sie wieder losgelassen. Ich weiß nicht recht, wie ich diese Sorte Mensch nennen soll, aber „Waidmänner“ sind das ja wohl nicht, die so etwas zu verantworten haben.

Eventuell sogar mit irgendwelchen Rechten zum Schutze vor Ertragseinbußen in der Landwirtschaft ausgestattet wird munter drauflosgeschossen. Und das Schlimmste ist: die angeschossenen Vögel verenden elendig wenn sie nicht gefunden werden. Wäre es da nicht „menschlich“ ja sogar eine Verpflichtung sich darum zu kümmern?

Beim Entwickeln der Bilder wurde mir fast übel. Wozu „Menschen“ doch imstande sind ist kaum zu glauben. Ein verantwortungsvoller „Tierfreund“ war das nicht, aber ein Jagdpächter mit Jagdschein wird er wohl sein. Ein schlechtes Beispiel für alle anderen Jäger, die es wirklich ernst meinen mit der Hege und Pflege unserer Tiere auf der kleinen Insel Föhr. Ich bin von Seiten der Föhrer Jägerschaft angesprochen worden und möchte hier noch einmal ausdrücklich betonen daß es sich um eine unrühmliche Ausnahme handelt, die aber meines Erachtens nur innerhalb der Jägerschaft abgestellt werden kann (muß!!!) Hoffentlich bestätigt sich mein Optimismus in dieser Angelegenheit für die Zukunft.

Zugegeben, es gibt auch andere Gefahrenquellen für die Vögel auf der Insel. Aber wenn tags zuvor Nachtjagd ausgeübt wurde, und der flugunfähige Vogel weit entfernt von der nächsten Windkraftanlage gefunden wurde, dann liegt die Vermutung sehr nahe……… aber es bleibt eben eine Vermutung, auch Stacheldraht kommt als Gefahrenquelle für Vögel in Betracht.

Vogelfalle Stacheldraht!

Samstag, Dezember 12th, 2009

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Zur Einzäunung der Nutzflächen wird immer noch gern Stacheldraht genommen. Dieser Draht birgt aber für Tiere große Gefahren in sich. In diesem Fall lag ein Tierkadaver sehr nah an dem Zaun. Diese Gefahr hat der Bussard nicht erkannt. Er geriet mit dem Flügel so unglücklich in den Draht, dass er fest saß.

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Wenn man dem Vogel ins Gesicht schaut, dann spürt man förmlich sein Entsetzen. Sorgsam wurde der Zaun durchtrennt und das Tier befreit. Ein Fall für Sandy im Tierhuus in Boldixum. Ich wünsche mir,  dass man man dort helfen kann. Hoffentlich hat die Geschichte noch eine Fortsetzung mit Happy End.

Kegelrobbe auf Föhr

Sonntag, November 29th, 2009

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Eine unbequeme Kinderstube hatte sich diese Kegelrobbe ausgesucht. Sie brachte ihr Junges auf einem Steinwall am Dunsumer Deich zur Welt.

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Kurz nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist. Das Junge schlief zwischen den Steinen. Die Mutter kümmerte sich um ihr Kind, sie robbte mit ihren 2-3 Zentnern Gewicht geschickt über die Steine, um es zu versorgen.

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Jetzt wurde es aber Zeit, sich wieder zurückzuziehen, denn es ist besser, die Tiere nicht zu stören.

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Ein paar Bilder mit langer Brennweite musste ich natürlich noch machen von diesem nicht alltäglichen Ereignis. Für mich ist das „Robbi vom Steinwall“.

Wohnung gesucht!

Donnerstag, November 12th, 2009

Immer mehr Fledermäuse verlieren ihren  Unterschlupf für den Winterschlaf. Bei jeder Renovierung wird auf Winddichtigkeit geachtet. Da besteht kaum eine Möglichkeit des Eindringens. Bestimmt könnte man Ersatzquartiere aufhängen oder eine kleine Öffnung bestehen lassen. Es wäre sehr schade, wenn sie irgendwann aussterben.

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Dieser Kleine Abendsegler wurde in Nieblum aufgefunden. Für ihn wird dringend eine Überwintermöglichkeit gesucht. Fledermäuse gehören zu den fliegenden Säugetieren, ich zähle sie deshalb  nicht zu meinen Vögeln in „Vögel auf Föhr“.

Nachtrag:  Aufgrund der momentan milden Temperaturen und der sehr guten Verfassung des Tieres, konnte es auf Anraten eines Experten noch am selben Abend freigelassen werden.

Uferschnepfen-Programm

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

„Feuerwehrtopf“ zum Schutz der Föhrer Uferschnepfen

Seit 2008 untersucht die Biologin Angela Helmecke im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume auf der Insel Föhr diese Wiesenvögel.

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Auf der Insel brüten derzeit noch ca. 100 Uferschnepfen. Im vergangenen Jahr (2008) hatten die meisten Paare keinen Bruterfolg, da viele Küken durch die Mahd getötet wurden. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal Landwirte für dieses Programm gewonnen. In Absprache mit den „Gebietsbetreuern“ wird die Brut und Aufzucht der Jungvögel überwacht und die landwirtschaftliche Nutzung der betroffenen Flächen entsprechend angepasst. Erste Erfolge sind vielversprechend.

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Um diesen Erfolg messen zu können, werden Nester kartiert und einige Vögel beringt. Damit kann man ihren Zug verfolgen und eine Ortstreue ablesen. So sind hier beringte Vögel in diesem Herbst im Ebro-Delta gesichtet worden.

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