Alle Jahre wieder, nahezu punktgenau um den 20. Oktober kommen sie bei uns an: Berghänflinge, Schneeammern, Ohrenlerchen. Dann ist für den Fotografen Hochsaison. Für die Gäste ist die Saison vorbei. Das ist gut so, denn dabei bin ich lieber allein mit “meinen” Vögeln.

Gut ist auch, dass die Sonne erst um 7:30 Uhr aufgeht, denn dann muss ich nicht zu einer unchristlichen Zeit aufstehen. Es ist nicht so einfach, den Vögeln nahe zu kommen. Man muss warten bis eine Gruppe einfliegt und sich am Spülsaum nach Fressbarem umsieht.

Erst wenn sie aktiv fressen, kann man es wagen, einen Vogel aufs Korn zu nehmen. Warten auf den richtigen Moment, nur nicht zu früh auslösen, denn nach dem ersten Verschlussklicken kann alles vorbei sein. Die Vögel hören gut und besonders die Berghänflinge sind sehr schreckhaft.

Wenn sie weggeflogen sind, fängt das Warten wieder von vorn an. Um möglichst unauffällig zu sein, muss man die richtige Kleidung tragen, auch Tarnung hilft. Eine Position, flach auf dem Boden liegend, bringt die richtige Perspektive für ein spannendes Bild. Gut, dass ich allein bin, sonst würde man an eine Übung der Bundeswehr denken.

Das Gute ist, nach jedem “Schuss” mit der Kamera bleiben die Vögel am Leben. Sollten Sie mich einmal so sehen, bitte nicht drauftreten, nicht den Notarzt rufen, sondern einfach “Spinner” denken und weitergehen…









