Kennzeichen: Die Trottellumme gehört zur Familie der Alkenvögel. Alken sind kräftig gebaute, kurzschwänzige Seevögel, die in ihrer Gestalt und Schwarzweiß-Färbung sowie ihrem aufrechten Gang an Land etwas an Pinguine erinnern. An das Leben im Wasser sind sie vor allem durch die weit hinten angesetzten, mit Schwimmhäuten versehenen Füße und einen torpedoförmigen Körper angepasst. Da sie relativ schwer sind, müssen Alken im Flug mit ihren kleinen, spitz zulaufenden Flügeln sehr schnell schlagen, um sich in der Luft zu halten. Die Flügel sind weit besser als Antrieb für die Fortbewegung unter Wasser geeignet.
Im Sommer ist das Gefieder der Trottellumme auf dem Kopf, am Rücken, am Schwanz, auf der Flügeloberseite und an den Flügelspitzen bei beiden Geschlechtern braunschwarz. Der Bauch und größere Bereiche der Flügelunterseite sind weiß. Im Winter sind auch das Kinn und ein Bereich hinter dem Auge weiß. Beim Flug zeichnen sich der Schnabel und die grauschwarzen Füße deutlich vom übrigen Körper ab. Als besonderes äußeres Merkmal ist häufig auch ein weißer Augenring zu sehen, von dem aus sich ein weißer Strich bis etwa zur Mitte des Kopfes nach hinten zieht. Tiere, die dieses Merkmal zeigen werden auch als "Brillen-" oder "Ringellummen" bezeichnet. Allerdings ist der Augenring kein Kennzeichen einer eigenen Art oder Unterart sondern lediglich eine Farbvariante.
Lebensraum: Als Hochseevögel kommen sie nur zum Brüten an Land. Wie alle Alken sind auch die Trottellummen typische Bewohner der nordischen Vogelberge. Ihre Brutkolonien befinden sich auf küstennahen hohen, oft senkrechten Klippen mit schmalen Felsbändern oder Absätzen, oft über 500 m über dem Wasserspiegel. Niedriger gelegene und exponierte Brutplätze gibt es nur in entlegenen Gebieten mit geringem Raubfeinddruck - etwa auf Schären in der Ostsee.
Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet umschließt die Küsten des Nordatlantiks und Nordpazifiks. In Europa kommen Trottellummen von Portugal über die Britischen Inseln, den Ostseeraum und Norwegen bis zur Kola-Halbinsel vor. Auch auf Island sowie Spitzbergen (lokal) und Nowaja Semlja brüten sie. In Deutschland nisten Trottellummen nur auf Helgoland, dort gab es Mitte der 90er Jahre über 2.000 Brutpaare. Nach der Brutzeit ziehen die meisten auf die Hochsee. Trotzdem kann man um Helgoland und an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns auch im Winterhalbjahr Trottellummen antreffen. Im Binnenland erscheinen sie nur ausnahmsweise nach Stürmen.
Zug: Die Trottellumme bleibt ganzjährig im Nordseegebiet. Im Frühjahr brütet sie vor allem an der nordenglischen und schottischen Nordseeküste. Im August zieht ein Teil der Population mit den noch jungen Küken in den östlichen oder südlichen Teil der Nordsee. Im Frühjahr kehren die Vögel wieder zu ihren Brutfelsen zurück.
Nahrung: Der lange, dolchartige, an der Basis breite Schnabel deutet auf Fischfang hin. Trottellummen erbeuten hauptsächlich Fische um 10 cm Länge, wie Sprotten, Sandaale, Dorsche oder Lodden, gelegentlich auch marine Wirbellose, wie kleine Schnecken, Tintenfische und Krebse. Bei der Nahrungssuche schwimmt der Vogel oft nur mit dem Kopf eingetaucht. Hat er Beute entdeckt, taucht er direkt von der Wasseroberfläche hinunter. Die normale Tauchtiefe beträgt 30 m, gelegentlich auch 70 m bis über 150 m. Die sehr eleganten und geschickt jagenden Tauchvögel „fliegen" dabei unter Wasser mit kräftigen Schlägen der halb angelegten Flügel.
Verhalten: Das ganze Jahr über sind Trottellummen sehr gesellig. Mancherorts leben bis zu 20 Paare auf einem Quadratmeter. Sie scheinen diese drangvolle Enge den weniger dicht gedrängten Kolonien sogar vorzuziehen.
Stimme: In den Kolonien sind Trottellummen sehr lautstark. Hauptsächlich stoßen sie ein nasales "Wha wha wha" aus, welches in einen brüllenden Ton übergeht. 
Brut: Trottellummen legen ihr einziges, großes Ei auf einem mehr oder weniger breiten Sims ganz offen ab. Durch seine Birnenform ist es vor dem Herunterrollen geschützt. Beide Eltern bebrüten das Ei 28 bis 34 Tage, wobei sie sich etwa alle zwölf Stunden abwechseln. Bereits einige Tage vor dem Schlüpfen macht sich das Küken durch ein kleines Loch in der Eischale bemerkbar. Eltern und Küken stehen von da ab in Rufkontakt, um sich in der Kolonie und später auf See nicht zu verlieren. Die Eltern füttern das Küken mit Fisch, allerdings auf eine etwas umständliche Weise. Drei bis acht Mal täglich fliegen sie aufs Meer hinaus, manchmal bis zu 50 Kilometer weit, fangen einen einzigen Fisch und kehren zum Nest zurück, den Fisch längs im Schnabel, mit dem Kopf tief im Schlund der Trottellumme, die ihn so möglicherweise bereits vorverdaut. Das Ergebnis dieser dürftigen Bemühungen sind etwa 28 Gramm Nahrung pro Tag. So verbringen die Vögel etwa drei Wochen, dann verlässt der Jungvogel das Nest, noch flugunfähig, aber bereits ein sehr guter Schwimmer.
Im Alter von 2-3 Wochen springen die noch nicht flugfähigen Jungen etwa im 45°-Winkel von den Brutsimsen ins Meer, von einem Altvogel begleitet. Der „Lummensprung" findet meist in den Abendstunden statt und ist sehr riskant. Erstens muss der Jungvogel von der Felskante bis zu 300 Meter tief ins Wasser springen. Seine Flügel sind schwach und können den Fall flatternd nur etwas steuern und so vermeiden, dass er unten auf Felsen trifft. Zweitens haben Möwen oder Raubmöwen die Gelegenheit zu leichter Beute, indem sie die Jungvögel von ihrem Sprungplatz "pflücken", sie auf dem Weg nach unten abfangen oder sie vom Wasser absammeln, wenn sie auftauchen. Drittens muss der Jungvogel im Wasser seinen Vater finden, sonst wird er verhungern. Noch kann er nicht genügend Fische fangen und muss versorgt werden. Wenn sich Vater und Kind gefunden haben, schwimmen sie gemeinsam auf Meer hinaus und bleiben etwa einen Monat zusammen. W ährend dieser „Fischerlehre" des Jungvogels können sie über 700 Kilometer zurücklegen. Währenddessen erholt sich die Mutter ein paar Wochen in der Kolonie und fliegt dann zum Mausern aufs Meer. Auf dem Meer werden die Jungen bis zu ihrer Selbstständigkeit von den Eltern betreut. Erst mit 2-3 Jahren erscheinen sie das erste Mal an den Brutfelsen. Gewöhnlich brüten Trottellummen aber nicht vor dem fünften Lebensjahr.
Info: Der deutsche Name spielt wohl auf die unbeholfene Fortbewegungsweise an Land an.
Trottellummen können über 30 Jahre alt werden. Es wurden Individuen registriert, die 38 Jahre bzw. 42 Jahre und 10 Monate erreichten.