Kennzeichen: Das Männchen hat im Prachtkleid einen schwarzen Schnabel und ein mit feiner Zeichnung grau und braun gemustertes Gefieder. Der Bauch ist hell und fast weiß. Der hellbraune Kopf ist rotbraun gefleckt mit streifenartiger Zeichnung. Auffällig ist die dunkelbraune Kopfplatte. Die vordere Brust, der vordere Rücken sowie die Schultern und die Flanken sind dunkelgrau. Der Rücken ist mittelbraun und weist hellere Sprenkelungen auf. Die Füße sind gelborange. Das Prachtkleid ist nicht so auffällig wie bei den Erpeln anderer Gründelenten. Im Schlichtkleid gleicht das Männchen dem Weibchen.
Die Weibchen der Schnatterenten ähneln sehr denen der Stockente. Sie sind insgesamt jedoch etwas graziler. Sicheres Unterscheidungsmerkmal sind der kurze und hell orangegelbe Schnabel sowie das weiße Kinn und die Kehle. Die Beine beider Geschlechter sind orangegelb und die Augen sind schwarz. Im Flug sind Schnatterenten an ihrem hellen Bauch und ihrem auffälligen weißen Flügelspiegel erkennbar. Nur die Pfeifente hat einen vergleichbaren weißen Abschnitt auf den Oberflügeln. Bei dieser Art ist er jedoch auf den Vorderflügeln begrenzt und kommt nur beim Männchen vor. Als wichtigstes Felderkennungszeichen der Schnatterenten gilt das schwarze Körperende der Männchen, das auch dann erkennbar ist, wenn bei ruhenden Schnatterenten der weiße Spiegel unter den gefalteten Flügeln verborgen ist. Der Name „Schnatterente“ weist auf die Art ihrer Nahrungsaufnahme hin. Diese unterscheidet sich allerdings nicht von der anderer Gründelenten.
Lebensraum: Die Schnatterente ist ein Brutvogel an flachen Seen und Teichen, die eine gut entwickelte Unterwasservegetation aufweisen. An größeren Binnenseen konzentriert sie sich auf die Flachwasserzone. In der Steppe ist sie an den brackigen Binnengewässern zu finden. Sie brütet bevorzugt an den Uferzonen, die nicht bewaldet sind und brütet gern in Möwenkolonien. Im Bergland fehlt sie vollständig.
Verbreitung: Das zusammenhängend besiedelte Brutgebiet liegt in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel, reicht von Europa durch ganz Asien bis an den Pazifik und umfasst auch das mittlere Nordamerika. In Europa dünnen die Vorkommen nach Westen und Süden deutlich aus. In Mitteleuropa ist sie weniger häufig verbreitet als in Asien und Nordamerika. An geeigneten Stellen kommt sie dafür jedoch in größerer Zahl vor. In Deutschland ist die Schnatterente ein regelmäßiger Brutvogel der schleswig-holsteinischen und der mecklenburgischen Seenplatte.
Zug: Schnatterenten sind überwiegend Zugvögel. Ihr Winterquartier schließt meist südlich an das Brutareal an. So haben europäische Brutvögel meist viel kürzere Wege als etwa westsibirische, die vor allem im Bereich des Schwarzen Meeres und des Kaspigebietes überwintern, aber auch am Mittelmeer und Ostafrika. Mitteleuropäische Brutvögel ziehen dagegen nach Westen und Südwesten und überwintern vor allem in den Niederlanden, in Großbritannien und Frankreich.
Nahrung: Die Schnatterenten ernähren sich überwiegend von Wasserpflanzen. In nur geringem Umfang werden auch Wasserinsekten, Weichtiere, Amphibien, Käfer, Würmer und kleine Fische aufgenommen.
Verhalten: Um auch in tieferen Gewässern an Nahrung zu kommen, hat die Schnatterente eine Eigenart entwickelt: Sie jagt Blässhühnern, die Pflanzenteile auch tauchend aus größeren Wassertiefen holen können, nach dem Auftauchen das Futter ab.
Stimme: Das Rufrepertoire der Schnatterente ähnelt sehr der der Stockente. Die Männchen balzen gemeinschaftlich und lassen dabei ein rau nasales "ärp" oder "träp" hören, das sehr an die Rufe der Stockerpel erinnert. Hinzu kommt ein Grunzpfiff, der am Ende häufig stark ansteigt und durchdringend schrill ist. Auch dieser findet sich bei der Stockente, der Grunzpfiff der Schnatterente ist jedoch heller im Ton. Charakteristisch für die Weibchen sind "rääk-rääk-rääk"-Rufreihen, die sowohl in der Tonhöhe als auch in der Lautstärke abfallen. Auch dieser Ruf findet sich in ähnlicher Form bei Stockentenweibchen.
Balz: Die Balz fällt überwiegend in die Zeit, in der die Schnatterente sich noch in ihrem Überwinterungsgebiet aufhält. Während der Balz zeigt der auf dem Wasser schwimmende Erpel sein schwarzes Körperende, indem er es aus dem Wasser hebt. Er fächert außerdem seinen weißen Spiegel auf den Schwingen auf, wodurch ein auffälliges Muster entsteht. Gleichzeitig hebt und senkt er seinen Kopf. Zum Balzrepertoire der Schnatterenten zählen auch Reihflüge, bei denen meist ein alleinstehendes Männchen versucht, sich zwischen ein Paar zu drängen.
Brut: Wenn die Enten im April in ihre Brutreviere zurückkehren, sind sie in der Regel bereits verpaart. Ihr Bodennest ist in der Uferregion eines flachen Stillgewässers gut in der dichten Vegetation versteckt. Das Nest wird immer auf einer trockenen Unterlage errichtet. Inseln werden dabei bevorzugt angenommen. Die Nester werden in der Regel in unmittelbarer Gewässernähe gebaut und sind sehr selten mehr als sechs Meter vom Ufer entfernt. Das Nest ist ein einfaches schalenförmiges Gebilde, das aus Material errichtet wird, das das Weibchen im Sitzen erreichen kann. Das Nest wird in der Regel mit Dunenfedern ausgepolstert. Das Weibchen brütet allein. Die Jungvögel sind Nestflüchter und sofort schwimmfähig. Sie werden allein vom Weibchen betreut.
Info: Schnatterenten erreichen ein Lebensalter von bis zu 13 Jahren.